Willkommen bei Surfen Frankreich. Bei uns findet ihr Informationen rund ums Surfen und Wellenreiten in Frankreich!

Strömungen, die größte Gefahr beim Surfen Lernen

Es ist ein wunderschöner Samstag-Nachmittag und vier junge Männer machen sich daran, einen lang gehegten Traum wahr werden zu lassen: An der Promenade des Grand Plage in Biarritz leihen sich die vier Freunde Neoprenanzüge, zwei Surfbretter und zwei Bodyboards aus. Jetzt sehen sie schon fast aus wie die Profis. Weiter draußen im Meer haben sie zuvor jede Menge Surfer dabei beobachtet, wie sie mit großer Eleganz steile Wellen herunter surften. Mühelos bis tollkühn sah das aus und jetzt wollen die vier Jungs das auch! Leider wissen sie noch nicht, dass ihnen die größten und vielleicht auch gefährlichsten Schrecksekunden ihres Lebens bevor stehen...

Einfach nachmachen

Strömungen sind eine große Gefahr beim Surfen LernenWürden die vier Freunde alles exakt nachmachen, was ihnen die erfahrenen Surfer in der Bucht vormachen, dann würden sie ihre ersten Aufstehversuche nicht direkt neben einem Channel (dort, wo das in die Bucht gespülte Wasser wieder zurück ins Meer hinaus fließt) positionieren. Innerhalb kürzester Zeit paddeln die vier Freunde wie verrückt gegen eine Strömung an, die für sie wie aus dem Nichts entstanden ist. Noch kurz zuvor haben sie erfahrene Surfer dabei beobachtet, wie sie an der gleichen Stelle hinein und dann mühelos ins Line-up gepaddelt sind. Jetzt stecken sie buchstäblich fest und der Boden unter den Füßen ist auch weg.

Lösungsversuche

Einer der vier Freunde hat eine Idee: Er wirft sein Board weg und versucht gegen die Strömung anzuschwimmen, wodurch er sich leider in eine noch misslichere Lage begibt. Ein zweiter versucht eine Schaumwalze, von der es in tieferen Strömungsbereichen kaum welche gibt, anzupaddeln,… scheitert aber daran, dass er zu weit hinten auf seinem Brett liegt, so dass die Welle Brett und Surfer nicht erfassen kann. Die beiden Surfer treiben unweigerlich stärker und stärker ab und zwar in Richtung der steilen, scharfkantigen Felsen am äußeren Ende des Strandes. Ihre beiden Freunde mit den Bodyboards haben den Ernst der Lage noch gar nicht erkannt oder sind viel zu sehr damit beschäftigt, selbst wieder an den Strand zu gelangen, ohne Flossen wohlgemerkt! 

Gefahren beim Surfen LernenJetzt sind die Hosen voll!

Die vier Freunde verständigen sich untereinander mit Handzeichen, dass sie Hilfe brauchen, doch keiner kann dem anderen helfen, schließlich ist jeder genug mit der eigenen misslichen Lage beschäftigt. Während die beiden Freunde mit Surfbrettern durch den Auftrieb ihrer Bretter mittlerweile ein Stückchen weiter aus der Strömung hinaus paddeln können und der eine ohne Leash (!) sein Brett zum Glück noch nicht verloren hat, sind nun die beiden Bodyboarder ohne Flossen voll in der Strömung gefangen. Anstatt sich mit der Strömung ein wenig weiter hinaustreiben zu lassen und dann seitlich aus ihr heraus zu paddeln, versuchen die beiden, schnurstracks auf den sich immer weiter entfernenden Strand zuzubewegen. Mit ihren bloßen Füßen strampeln sie effektlos in der starken Strömung und kommen den Felsen und der Erschöpfung nun schon bedrohlich nahe. Passanten stehen auf der Promenade oberhalb der Klippen und staunen über die Verwegenheit oder doch eher über die Dummheit der vier Surf-Debutanten.

Zu spät?!

Ein Set von größeren Wellen rollt heran und wäscht die beiden Freunde mit Surfbrettern haarscharf vorbei an den Felsen auf den Strand. Dabei nimmt eines der geliehenen Bretter Schaden und der Surfanfänger wundert sich, was wohl mit seinem Kopf passiert wäre, hätte es diesen und nicht das Surfbrett erwischt. Für ihre beiden Freunde mit den Bodyboards zählt in diesem Moment nur purer Instinkt. Das Set großer Wellen bricht durch den Channel und wirbelt die hilflosen Surfer in die Felswand hinein. Mit Händen und Armen schützen sie ihre Köpfe und finden durch mehr Glück als Verstand ihren Weg in eine kleine Sandbucht inmitten der Felsklippen. Gelenke und Knochen fühlen sich durch die Wetsuits hindurch grün und blau an und ihr Atem geht so schnell wie nach dem Sprint bei den Bundesjugendspielen 1988 nicht mehr. 

Gerade noch mal Glück gehabt

Fassungslos darüber, wie schnell ein frohgesinntes Surfabenteuer zum Alptraum werden kann, liegen die vier Freunde nun, nach nicht einmal 10 Minuten Surfspaß erschöpft am Strand - an einem Strand, wo unzählige Surfer im Wasser sitzen und hunderte von Passanten ahnungslos über die Promenade flanieren. 

Wir standen am 03.11.2012 oberhalb der Uferklippen, haben das Schauspiel äußerst konsterniert beobachtet und versucht, den vier Freunden Anweisungen zuzurufen. Das Ganze hätte böse ins Auge gehen können, denn wer begibt sich schon gerne selbst in Lebensgefahr um ein paar Trottel zu retten?! 

Bitte merkt Euch also:Surfen lernen kann gefährlich sein

Man sollte nie gegen eine Strömung anschwimmen oder -paddeln, denn dadurch verliert man sehr viel Kraft. Einmal in einer Strömung gefangen, schwimmt man seitlich (im 45° oder 90° Winkel) wieder hinaus. Der Weg geradezu auf den Strand ist an einem Beachbreak oft der falsche. Findet heraus, in welche Richtung ihr treibt und paddelt dann aus der Strömung hinaus in einen Bereich, wo Wellen brechen aber keine Gefahren (Steine, herausragendes Riff) vorhanden sind. Nutzt die herein rollenden Wassermassen, um mit ihnen an den Strand zu gelangen

Eine Strömung erkennt Ihr (auch schon vom Ufer aus) daran, dass das Wasser in ihr kabbelig ist, es ist meist auch dunkler (weil tiefer) und es brechen dort keine Wellen. Weiterhin schwimmt häufiger Treibgut durch die Strömung oder der ein oder andere Surfer nutzt sie, um ins Line-up (den Bereich hinter den brechenden Wellen) zu gelangen. Informiert Euch über Strömungen immer bevor Ihr ins Wasser geht, sonst kann Euer Surftraum ganz schnell zum Surfalptraum werden.

 

Copyright © 2018 Surfen Frankreich. All Rights Reserved